Die böse Politik – ein gern verwendeter Ausdruck der das Ansehen auch von Kommunalpolitik und -Politikern in der Gesellschaft beschreibt. Politik ist das am wenigsten respektierte und akzeptierte Ehrenamt.
Musik- oder Sportverein, Feuerwehr oder DRK – all das sind gesellschaftlich hoch angesehene Hobbies, Ehrenämter. Und das absolut zurecht! Menschen in diesen Ämtern tragen einen Teil zu unserer Eifelkultur bei, helfen in Notlagen, helfen bei der Blutspende. All diese Menschen dienen der Allgemeinheit in ihrer Freizeit. Sie machen dies gerne, es macht ihnen Spaß.
Bei Kommunalpolitik ist das nicht anders! Wir Kommunalpolitiker tragen weniger zur Kultur bei, retten keine Leben und helfen auch nicht bei der Blutspende. Wir setzen uns zusammen, diskutieren und streiten. Was? Streiten? Und das freiwillig? Ja, denn wir streiten darum, wie die Zukunft unserer Kommune aussehen soll. Dabei geht es um nicht unwichtige Themen wie Flächennutzungsplan, Halten von Arbeitsplätzen in der Region, Grund- und Gewerbesteuerangelegenheiten oder Tourismusförderung. Für viele langweilig – aber für alle wichtig.
Warum ist Kommunalpolitik dennoch so wenig angesehen? Das liegt zum einen daran, dass eben genau Entscheidungen getroffen werden die alle betreffen. Und mit Entscheidungen die alle betreffen sind nie alle zufrieden. Zwangsläufig sind sie also auch mit den Entscheidungsträgern nicht zufrieden. Zum anderen liegt es aber auch, und so ehrlich sollte man sein, an manchen schwarzen Schafen der Kommunalpolitik selbst. Das Fehlverhalten einiger weniger beschädigt das Ansehen aller.
Dennoch möchte ich darum werben, jedem Kommunalpolitiker grundsätzlich erst einmal Vertrauen entgegenzubringen. Er hat den Respekt der Gesellschaft verdient. Auch Kommunalpolitik ist Arbeit, auch sie wird in der Freizeit verrichtet, auch sie ist ein Ehrenamt.
Wie viel Zeit verbringt ein Kommunalpolitiker mit seinem Ehrenamt? Dies möchte ich Euch an meinem Beispiel zeigen. Diese Zahlen gelten sicherlich nicht für alle und jeden. Meine Partei, die CDU ermöglicht mir einen Einblick in alle Politikbereiche und Gremien der Südeifel. Obwohl ich nicht in den VG Rat gewählt wurde, werde ich als Vorsitzender der Jungen Union zu jeder Fraktionssitzung eingeladen. So sieht übrigens vorbildliche Nachwuchsarbeit aus! Hier nun der geschätzte Zeitaufwand in diesem Jahr (2016):
| Anzahl | Stunden | |
| Fraktionssitzung | 8-10 | 20-25 |
| Ausschussitzung Jugend, Kultur und Sport | 1 | 2,5 |
| CDU Vorstandssitzung Südeifel | 5 | 12,5 |
| JU Vorstandssitzung Südeifel | 5 | 5 |
| CDU Kreisvorstandssitzung | 4 | 10 |
| JU Kreisvorstandssitzung | 6 | 9 |
| Vorbereitungen/ Sonstiges | 20 | |
| Verwalten CDU Südeifel Homepage und Facebook Page | 25 | |
| Neuaufsetzen CDU Homepage | 20 | |
| Insgesamt | 139 -144 |